Inventarisation und Dokumentation

Der Kantonsrat hat 2009 die Schaffung eines kantonalen, lückenlosen Bauinventars beschlossen mit dem primären Ziel, damit die Planungs- und Rechtssicherheit für die betroffenen Eigentümer zu erhöhen. Entsprechend werden seit dem Frühling 2010 die Baudenkmäler des Kantons Luzern gemeindeweise in einem kantonalen Bauinventar erfasst, beschrieben und bewertet.

Inventare bilden das eigentliche Rückgrat der Denkmalpflege. Sie gehen in der Schweiz zurück auf die wissenschaftliche Bestandesaufnahme von Baudenkmälern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Daraus entstand die seit 1927 laufend weitergeführte schweizerischer Kunsttopographie „Die Kunstdenkmäler der Schweiz“. Heute werden auf eidgenössischer, kantonaler und kommunaler Ebene zahlreiche Inventare geführt: flächendeckende Hinweisinventare wie das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) und Spezialinventare etwa für Hotel- und Tourismusbauten, für Industrieanlagen, Gärten oder historische Verkehrswege (IVS). Dazu kommen Inventare von Einzelobjekten und Mobilien-Inventare wie zum Beispiel für Kirchenschätze oder Ausstattungen von Landsitzen.

Zur Abklärung von Restaurierungszielen und zur Dokumentation von Bauzuständen sind oft kleinere oder grössere Untersuchungen durch Restauratoren, Historikerinnen, Naturwissenschaftler oder Archäologinnen notwendig. Hierbei ist die Denkmalpflege enge Partnerin der Archäologie. Zur Aufbewahrung der Dokumentationen unterhält die Denkmalpflege ein Archiv. Es ist nach Voranmeldung und im Rahmen des Datenschutzes allgemein zugänglich.