Malters, Wallfahrtskirche St. Jost, Blatten

Die Wallfahrtskirche St. Jost in Blatten geht auf eine Stiftung im 14. Jahrhundert zurück: Hartmann Krämer aus Blatten war 1366 auf einer Pilgerfahrt nach Saint-Josse-sur-Mer (F) von Strassenräubern überfallen worden. Aus Dankbarkeit den Angriff überlebt zu haben, gelobte er, dem Hl. Jost auf seinem Gut eine Kapelle zu errichten. Aus dieser Kapelle entwickelte sich in mehreren Etappen vom späten 14. bis zum 18. Jh. die heutige Anlage. Die malerisch wirkende Baugruppe mit überaus wertvoller künstlerischer Ausstattung aus der Zeit des Barocks und des Rokokos steht unter dem Schutz des Kantons und des Bundes.
Die Restaurierung umfasste die Kirche und das benachbarte Beichthaus. Im Inneren wurde die Raumschale mit den farbigen Rokoko-Stuckaturen gereinigt und die Ausstattung, wie der Hochaltar, die Seitenaltäre, die Figurengruppen und der Bilderzyklus wurden sorgfältig restauriert. Gleichzeitig wurde der liturgische Bezirk neu gestaltet. Die Ankleidemadonna, die mutmasslich im 19. Jahrhundert aus der Kirche entfernt worden war und später in den Kunsthandel gelangte, ist dank einer Schenkung wieder in den Seitenaltar zurückgekehrt. Die Beichtkapelle wurde zu einem multifunktionalen Raum umgestaltet und im Untergeschoss ein Bewirtungs-raum und eine Toilettenanlage eingerichtet. Die Restaurierungsarbeiten wurden finanziell massgeblich von Bund und Kanton unterstützt.
Seitenkapellemit Grablegungsaltar (Foto M. Hüppi)

Seitenkapellemit Grablegungsaltar (Foto M. Hüppi)