Luzern, Parkhaus Musegg

Die mittelalterliche Museggmauer mit ihren neun Türmen bekrönt die Luzerner Altstadt und gilt als eine der bedeutendsten mittelalterlichen Befestigungsanlagen der Schweiz. Dieses Luzerner Wahrzeichen ist noch heute auf einer Länge von 870 m erhalten. Von den ursprünglich zehn Türmen, von denen zwei als Tor-Türme ausgebildet waren, bestehen noch deren neun. Einen wesentlichen Bestandteil des Ensembles bildet das nordseitige Vorgelände, welches bis heute über weite Strecken von einer Bebauung freigehalten werden konnte. Die Museggmauer mit ihren neun Türmen ist seit dem 30. Januar 1964 im kantonalen Denkmalverzeichnis eingetragen und steht ausserdem seit dem 30. Oktober 1995 unter dem Schutz des Bundes. Vor dem Hintergrund des herausragenden Schutzwertes der Museggmauer hat die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege EKD auf Ersuchen der Kantonalen Denkmalpflege am 15. Oktober 2015 ein Gutachten zum geplanten Parkhaus Musegg verfasst. Mit Datum vom 28. Oktober 2016 hat die EKD eine erneute Stellungnahme abgegeben. Als Grundlage für die zweite Stellungnahme diente einerseits das weiterbearbeitete Projekt mit seinen umfangreichen Unterlagen (Stand Juli 2016) und andererseits ein von der Kantonalen Denkmalpflege in Auftrag gegebenes ingenieurtechnisches Gutachten zur Frage einer allfälligen statischen Gefährdung der denkmalgeschützten Museggmauer. Die Kantonale Denkmalpflege teilt die Schlussfolgerungen und Anträge der EKD und hält fest:

Die EKD kommt zum Schluss, dass die durch den Bau des Kavernenbauwerks prognostizierten Auswirkungen eine schwere Beeinträchtigung des Bauwerks darstellen. Die EKD fordert die ungeschmälerte Erhaltung der Museggmauer: Rissbildungen sind angesichts des hohen Schutzwertes der Museggmauer nicht tolerierbar. Aus diesem Grund beantragt die EKD - und die Kantonale Denkmalpflege schliesst sich diesem Antrag an - die Projektphase Umzonung zeitlich aufzuschieben und zusätzliche Abklärungen bezüglich Ausführungstechnik und Positionierung des Kavernenbauwerks vorzunehmen.

Eine Weiterbearbeitung der Portalgestaltung ist erst zielführend, wenn Projektunterlagen vorliegen, die eine rissfreie Museggmauer und die Erhaltung der Grabenstruktur garantieren. Vor diesem Hintergrund ist in der jetzigen Phase das vorliegende Projekt aus denkmalpflegerischer Sicht nicht bewilligungsfähig.