Luzern, Peterskapelle - Wiedereröffnet

Nach einer Bauzeit von eineinhalb Jahren wurde die Peterskapelle am Samstag, 8. Dezember 2018 feierlich wiedereröffnet. Der heutige Kirchenraum präsentiert sich aufgeräumt, luftig und frisch ohne dass die Spuren der Geschichte getilgt wurden.

Als ältester in Luzern erhaltener Kirchenbau kann die Peterskapelle als Keimzelle für die entstehende Stadt Luzern bezeichnet werden. Sie wird 1178 erstmals schriftlich erwähnt im Zusammenhang mit der Ernennung eines Leutpriesters durch das Kloster St. Leodegar im Hof. Aus verschiedenen Quellen wissen wir, dass die Peterskapelle auch als Versammlungsraum diente. Unter anderem wurde hier im 15. Jahrhundert die Burgunderbeute verteilt, und im 16. Jahrhundert diente die Peterskapelle zur Vorbereitung der Osterspiele. Sie ist vor diesem Hintergrund ein Kulturdenkmal von ausserordentlich grosser historischer Bedeutung.

Auf einer Darstellung aus der Chronik Diebold Schillings von 1513 sind das mittelalterliche Kruzifix, welches also spätestens seit dann in der Peterskapelle hängt, und das Arbedo-Denkmal zu erkennen. Sie gehören auch heute nach der Restaurierung und Umgestaltung noch zur Ausstattung der Peterskapelle und manifestieren in diesem Sinne auch diese ausserordentliche Geschichtlichkeit. Auch bauliche Elemente und Ausstattungsstücke späterer Umbauphasen blieben erhalten. Das heutige Erscheinungsbild der Peterskapelle wird nach wie vor im Wesentlichen von der Umgestaltung von 1746/1751 geprägt, als die gewölbte Stuckdecke mit ihrem Bandelwerk eingefügt wurde.

Die Kantonale Denkmalpflege wurde von Anfang an eng in die Ausarbeitung und Durchführung des Wettbewerbsverfahrens einbezogen und begleitete auch die Umsetzung des Siegerprojekts «Passepartout». Für die kantonale Denkmalpflege war es wichtig, den über die Jahrhunderte entstandenen Alterswert zu erhalten und zu überliefern. Dem Team zusammengesetzt aus Durrer Architekten, dem Künstler Christian Kathriner, dem Lichtplaner Christian Deuber und dem Restaurator Wendelin Odermatt ist es gelungen, die baulichen Gegebenheiten und die historische Ausstattung einzubeziehen und ihre hohe Geschichtlichkeit zu respektieren. Die Anordnung der liturgischen Hauptstücke schafft eine feine Raumspannung. Der neue Zelebrationsaltar ist mit den Seitenaltären, die aus dem 19. Jahrhundert stammen, aligniert und bindet sie ein. Die festen Kirchenbänke wurden durch mobile, klappbare Bänke ersetzt. Die künstlerische Ausstattung präsentiert sich in einer neuen Hängeordnung. Unter der Empore finden nicht nur die Pietà in einer stimmungsvollen Seitenkapelle Platz, sondern auch ein Arbeitsplatz mit angegliedertem Besprechungsraum. Es ist also gelungen, den historischen Bestand mit den heutigen Nutzungsanforderungen in Einklang zu bringen. Mit gezielten, sorgfältigen architektonischen und künstlerischen Interventionen wurde die Raumwirkung und der Denkmalcharakter gestärkt.

So bleibt die Peterskapelle weiterhin und noch verstärkt ein Brennpunkt mit geschichtlicher, politischer und kulturgeschichtlicher Ausstrahlung in der Stadt Luzern.