Meggen, Golfplatz

Die in Meggen auf dem Gebiet des Golfplatzes gefundene bronzene Nauheimerfibel

Das Gebiet, auf welchem der Golfplatz Meggen entsteht, ist aufgrund seiner Topographie und einzigartigen Lage eine archäologische Verdachtsfläche. Die Kantonsarchäologie Luzern vermutet deshalb, dass unter dem Boden möglicherweise archäologische Funde und Befunde aus der Vergangenheit schlummern. Aus diesem Grund prospektierte man die Fläche Ende März 2016 gezielt. Bei einer Feldbegehung konnten so einige römische Keramikfragmente auf der Bodenoberfläche geborgen werden. Ein Metalldetektorgänger im Auftrag der Kantonsarchäologie Luzern fand mehrere archäologisch interessante Metallfunde. Darunter befindet sich neben einer römischen Münze auch eine bronzene Fibel, die in die späte Latène-Zeit datiert, d.h. 2000 Jahre alt ist. In Aussehen und Funktion ähnlich der modernen Sicherheitsnadel wurden solche Fibeln als Gewandschliessen benutzt, die gleichzeitig auch Schmuckstücke darstellten.

Aus archäologischer Sicht sind die Funde Beweis dafür, dass das Gebiet in Vergangenheit zu unterschiedlichen Zeiten begangen worden ist. Es stellt sich daher die Frage, ob sich unter dem Boden auch Siedlungsreste dieser Epochen erhalten haben und diese bei Grabarbeiten in Zusammenhang mit der Golfplatzanlage zerstört würden. Um dies abzuklären, werden vor allem in der Nähe der Fundstellen der Funde und an topographisch verdächtigen Stellen weitere Untersuchungen durchgeführt. Geplant sind 8 Sondierungen, jeweils ca. 10m lange und 1m breite Gräben. Sondierungen sind äusserst nützlich, um die Schichtverhältnisse im Boden zu analysieren. Das heisst, auch wenn man nicht direkt auf Siedlungsreste stösst, lassen sich oft Ausläufer von Siedlungsschichten oder Spuren von alten Nutzungen beobachten. Neben den Sondierungen, die vor den Aushubarbeiten durchgeführt werden, begleitet die Kantonsarchäologie Luzern auch die Aushubarbeiten während des Baus des Golfplatzes.