Erfolgreicher Eventtag rund um das Wauwilermoos

Am Sonntag, 25.06.2017, luden die Kantonale Denkmalpflege und Archäologie, der Verein Burgruine Kastelen, der Natur- und Vogelschutzverein Wauwil-Egolzwil NAVO und der Schweizerische Burgenverein zu einem Erlebnistag ins Wauwilermoos ein.

Ein zahlreiches Publikum fand sich auf dem Burghügel Kastelen ein, um die jüngste Publikation des Schweizerischen Burgenvereins aus der Taufe zu heben. Begleitet von mittelalterlichen Klängen stellte der Mittelalterarchäologe und Hauptautor Fabian Küng (Kantonsarchäologie Luzern) das rund 300 Seiten starke, durchgehend farbig illustrierte Buch vor. Der Präsident des Schweizerischen Burgenvereins Dr. Daniel Gutscher hatte in seiner launigen Ansprache einen guten Tipp für die sich in dauernder Finanznot befindliche Luzerner Regierung bereit: Gemäss einer alten Sage um die Burg Kastelen verwandelt sich eine Handvoll Laub, die man auf dem Burghügel in seine Tasche steckt, auf dem Weg ins Tal in pures Gold!  Auf dieses Gold wäre auch der Verein Burgruine Kastelen heute angewiesen, wenn er sich nicht schon vor rund 15 Jahren an die Restaurierung der Ruine gemacht hätte. Der Luzerner Kantonsarchäologe Jürg Manser führte aus, dass der Verein unter den heute gültigen finanzpolitischen Rahmenbedingungen 40% weniger Subventionen erhalten und deren Auszahlung erst noch in unbestimmter Zukunft erfolgen würde. Sein Aufruf, die Zeugen der Luzerner Kulturgeschichte nicht dem Zerfall zu überlassen, sondern verantwortungsvoll für kommende Generationen zu erhalten, fand beim kulturbewussten Publikum allseitige Zustimmung. Nach der Überreichung des ersten Buches an den Präsidenten des Vereins Burgruine Kastelen Dr. Bruno Bieri folgten die Besuchenden Fabian Küng, um aus erster Hand die Erkenntnisse seiner Forschungen kennen zu lernen.

Danach waren die Kinder kaum mehr zu halten: Es zog sie magisch auf Schatzsuche ins Wauwilermoos. Die vollständig geplünderten Schatzkisten belegten, dass die von Sponsoren zur Verfügung gestellten kleinen Geschenke gerne angenommen worden sind. Gut besucht war auch der Informationspunkt beim Vogelbeobachtungsturm. Kompetent gaben die Führungspersonen des Natur- und Vogelschutzvereins Wauwil-Egolzwil Auskunft über die reiche Tierwelt der Flachwasserteiche und die Ziele der Schutzmassnahmen. Etliche Besuchende dürften beim Blick durch die Feldstecher ein Aha-Erlebnis erfahren und sich vorgenommen haben, demnächst in aller Frühe noch einmal zu kommen, um vom Turm aus das Erwachen der Natur zu beobachten. Nach so viel Erlebtem und doch etlichen Wanderkilometern genossen die müden Gäste eine Erfrischung im Pfahlbaukaffee. Im Schatten der Pfahlbausiedlung Wauwil konnte man sich erholen, in archäologischen Büchern schmökern oder, wenn die Kräfte noch reichten, einer Führung in die Jungsteinzeit folgen. Insgesamt zeigte es sich, dass dieser Eventtag mit einem bunten Mix an Themen aus verschiedenen und sich doch nahestehenden Bereichen vom Publikum dankbar aufgenommen und geschätzt wurde. Die Organisatoren sprachen jedenfalls schon von einer Fortsetzung im kommenden Jahr.